
Federer raste gegen del Potro ins Halbfinale - auf einer Einbahnstraße: Nach nicht einmal zwei Stunden stand es 6:4, 6:3, 6:2, del Potro hatte "FedEx" nichts entgegenzusetzen. In allen drei Sätzen markierte Federer früh die entscheidenden Breaks, während sein argentinischer Kontrahent mit der Hitze sichtlich Probleme hatte.
Federer, der als erster mindestens 30-Jähriger seit Andre Agassi im Australian-Open-Halbfinale steht, fand die Bedingungen zwar auch gewöhnungsbedürftig ("Es war schwer mit der Sonne und dem Schatten, der über den Court geschlichen ist"); mit Fitness und Finesse stach er den sieben Jahre jüngeren, mitunter lamentierenden del Potro aber locker aus. Hitze hin, Schatten her.
Und das in seinem 1000. Match auf der Tour! Sein 814. Sieg bescherte Federer das 30. Grand-Slam-Halbfinale. "Ich bin glücklich. Ich denke, das war ein großartiges Match", sagte der Schweizer über diese Zahlenspiele. "Ich wünschte, es wären 1000 Siege, aber ich bin auch mit 1000 Matches zufrieden."
Sein 1001. wird ein echter Evergreen: Zum 27. Mal geht's gegen Dauerrivale Nadal (der in der Gesamtbilanz mit 17:9 führt). Der Spanier geht im Gegensatz zu Federer mit einem Night-Session-Marathon in den Knochen ins Spiel, sein 6:7 (5:7), 7:6 (8:6), 6:4, 6:3-Sieg gegen Berdych dauerte 4:16 Stunden.
In einer von Beginn an hektischen, emotionalen und hochspannenden Partie lieferten sich beide Seiten lange ein packendes Duell auf Augenhöhe, zunächst ging es jeweils in den Tiebreak. Im ersten Satz, nachdem Nadal beim Stand von 5:6 zunächst drei Satzbälle (den zweiten nach 29 Netzüberquerungen auf sensationelle Weise) abgewehrt hatte; im zweiten, nachdem Nadal einen Breakvorsprung verspielt hatte. Berdych vergab seine einzige Chance auf eine 2:0-Satzführung im Tiebreak.
Hektik kam auch auf, weil beide Spieler immer wieder das "Hawk Eye" bemühten, Nadal am Ende des ersten Durchgangs allerdings zu spät - fortan wirkte die ehemalige Nummer eins geladen und jubelte immer wieder aufreizend emotional. Doch gleichzeitig schien das sein Kämpferherz zu wecken, er wurde immer stärker, während Berdych trotz anfänglicher 2:0-Führung im dritten Satz abbaute. Nadal war sich nicht mehr aufzuhalten.
75, 73, 53, 54 - so lange dauerten die vier Sätze in Minuten. Die Zuschauer, die Berdych trotz seines verweigerten Handschlags gegenüber Nicolas Almagro im Achtelfinale freundlich empfingen, kamen in der Melbourner Nacht voll auf ihre Kosten - und dürfen sich nun auf das nächste Highlight freuen: den Klassiker Federer gegen Nadal.
| Rang | Nation | Name | Punkte | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() |
N. Djokovic | 11.800 | |
| 2 | ![]() |
R. Nadal | 10.060 | |
| 3 | ![]() |
R. Federer | 9.790 | |
| 4 | ![]() |
A. Murray | 7.500 | |
| 5 | ![]() |
J.-W. Tsonga | 4.965 | |
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