Dabei hat Hens noch einmal alles aus sich heraus geholt. In der Vorbereitung präsentierte er sich in starker Form, doch in Belgrad lief wenig für den wurfgewaltigen Hens zusammen. Nur sporadisch wurde er von Bundestrainer Martin Heuberger eingesetzt. Im entscheidenden Hauptrundenspiel gegen die Polen wurde er eingewechselt und schien, die Wende erzwingen zu können, doch trotz seiner beiden Tore schied die DHB-Auswahl durch das 32:33 aus und musste den Traum von London 2012 begraben.
"Mit dem Verpassen der Olympischen Spiele bei der EM hat sich für mich - wie bereits angekündigt - das Thema Nationalmannschaft erledigt", sagte Hens: "Nach elf Jahren Handball ohne Pausen im Verein und in der Nationalmannschaft muss ich meinem Körper Erholungsphasen geben. Ich werde bald 32 und will noch einige Jahre im Verein spielen. Da bleibt mir keine andere Wahl."
Der Schritt des gebürtigen Rheinland-Pfälzers kommt nicht überraschend. Denn wegen seiner chronischen Fußbeschwerden hatte Hens bereits angekündigt, nach den Olympischen Spielen im Nationalteam kürzer treten zu wollen. Nachdem die DHB-Auswahl nun in London nicht an den Start gehen wird, zog er seinen Entschluss vor.
Pascal Hens startete seine Profikarriere in Wallau-Massenheim, seit dem Jahr 2003 spielt er für den HSV Hamburg. Mit den Hanseaten wurde er am Ende der vergangenen Spielzeit deutscher Meister, zweimal (2006 und 2010) holte er mit dem HSV den deutschen Pokal und 2007 stand er im Europapokal der Pokalsieger ganz oben.
Auch in der Nationalmannschaft feierte der 2,03 Meter große Angreifer Erfolge. Den größten im Jahr 2007, als er mit Deutschland bei der Heim-WM Weltmeister wurde. Bei diesem Turnier warf er zudem die meisten Tore. 2004 wurde er Europameister, im gleichen Jahr Zweiter bei den Olympischen Spielen in Athen. In seinen 199 Länderspieleinsätzen gelangen ihm 565 Treffer.
"Der deutsche Handball hat Pascal Hens eine Menge zu verdanken", sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Bundestrainer Heuberger äußerte zugleich Verständnis, aber auch Bedauern zum Rücktritt seines Führungsspielers. "Schade, dass Pommes sich zu diesem Schritt entschlossen hat, er hat die Kapitänsrolle in unserer Mannschaft vorbildlich ausgefüllt."
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