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10.01.2012, 10:39

Die Neuheiten der Detroit Motor Show

Die Deutschen kommen

Auch wenn die Automesse von Delhi terminlich die Nase vorn hat: So richtig beginnt das neue Autojahr mit der Detroit Motor Show. Vor allem die deutschen Hersteller punkten dort mit Neuheiten.

VW E-Bugster
Volkswagens E-Bugster basiert auf dem Beetle.
© Ulla EllmerZoomansicht

Detroit, die uramerikanische Motor City, ist eine verblichene Schönheit. Wie Symbole der Krise ragen die leerstehenden Bürogebäude mit verbarrikadierten oder zerschlagenen Scheiben in den Winterhimmel, Zeugen vergangener Größe. Den Gegenentwurf liefert das Messezentrum "Cobo Center". Um 2400 Quadratmeter ist die Ausstellungsfläche dort gewachsen, auf der über 40 Aussteller eine automobile Glitzerwelt inszenieren, die von Vertrauen in die Zukunft künden soll. Ein Optimismus, der durchaus nicht unbegründet ist: Frisch entschuldet blicken die nicht mehr gar so wankenden amerikanischen Auto-Giganten nach vorn; gerade erst hat General Motors das Jahr 2011 als weltweite "Number One" abgeschlossen.

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Deutsche Hersteller mit breiter Brust

Vor allem aber die deutschen Hersteller reisen mit breiter Brust nach Michigan. Das Autojahr 2011 ist weit besser verlaufen als erwartet, in den USA hat man erstmals über eine Million Fahrzeuge verkauft, jeder achte Neuwagen zwischen Atlantik- und Pazifikküste entstammte deutscher Provenienz. Gerade Premium-Produkte laufen bestens über dem großen Teich, deutsche Oberklasse-Modelle halten gar einen Marktanteil von knapp 45 Prozent.

Indes: Wirkliche Messe-Neuheiten machen sich rar am Detroit River. Solche Modelle mithin, die man - anders als beispielsweise den Mercedes SL oder den 3er BMW - nicht schon vor geraumer Zeit auf Fotos gesehen hat. VW steuert da neben dem Jetta Hybrid immerhin den frechen E-Bugster auf Beetle-Basis bei, Audi eine wintersporttaugliche Q3-Studie, die als Reminiszenz an die amerikanischen Gastgeber auf den Namen des US-Wintersportorts "Vail" getauft wurde, Chrysler den 700 C, Ausblick darauf, wie ein künftiger Minivan der Marke aussehen könnte. GM-Tochter Buick stellt den "Encore" zur Schau, ein Crossover, der wohl als Opel-Corsa-SUV "Mokka" zu uns kommt. Cadillac präsentiert den "ATS", er hat die Mission, gehobenen Premium-Mittelklasslern wie 3er BMW, Mercedes C-Klasse oder Audi A4 die Stirn zu bieten. Bei Dodge dreht sich der "Dart" im Scheinwerferlicht, der unter seiner amerikanischen Optik die Technik der Alfa Romeo Giulietta verbirgt, und somit als erstes Chrysler-Modell auf einer Fiat-Plattform steht. Auch aus europäischer Sicht von Belang: Der Ford Fusion - als neuer Mondeo wird er ab 2013 auch auf deutsche Straßen rollen. Und Nissan zeigt mit dem kryptisch betitelten e-NV200 eine Kleinbus-Studie, die Elektromobilität für Großfamilien realisieren soll: Mit Schiebetüren, drei Sitzreihen und einer allerdings nicht ganz urlaubstauglichen Reichweite von 160 Kilometern.

Rekord geknackt?

Für die Auto-Pilger von Detroit dürfte der wahre Neuheiten-Wert der gezeigten Exponate freilich von eher untergeordneter Bedeutung sein. Seitens der NAIAS-Organisatoren (North American International Auto Show) hofft man, den letztjährigen Rekord von rund 735000 Besuchern brechen zu können. Die Chancen stehen nicht schlecht, zumal auch die wahren Ikonen amerikanischer Auto-Kultur noch präsent sind. Muscle-Cars wie beispielsweise der Camaro, auch in kultverdächtiger, knallgrüner "Hot Wheels"-Ausführung, und - natürlich - Pick-ups: Von ganz klein, wie in Gestalt der Smart-Studie "For-Us", bis ganz groß, verkörpert etwa vom klassischen Ungetüm Dodge RAM, der teils schon als "Standard"-Motorisierung einen 383 PS starken 5,7-l-V8 unter der mächtigen Haube trägt.

Ulla Ellmer

Die Neuheiten der Detroit Motor Show
Die Deutschen kommen
VW E-Bugster
VW E-Bugster

Der wär' nicht nur was für Kalifornien: Volkswagens E-Bugster basiert auf dem Beetle. Das Hardtop lässt sich abnehmen, zum Aufladen des 115 PS starken Elektromotors geht der Zweisitzer an die Steckdose. Aber: Er bleibt wohl eine Studie.
© ule

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